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Die Desktop-Suchmaschine

Veröffentlicht am 26.07.2005 von Jens Ferner
 
Es ist für mich etwas überraschend, dass es in den letzten Jahren keine stark beworbene Suchmaschine für den heimischen Rechner gab - so hat man doch ständig viele verschiedene Dateien, Mails, Archive etc. auf seinem Rechner und wünscht sich nicht erst seit gestern eine vernünftige Suche die diesen ganzen Wust von Informationen sauber und vor allem schnell durchsucht - und eine gute Ergebnisliste liefert. In jüngster Zeit erscheinen immer mehr Lösungen in dieser Richtung, ich möchte hier kurz darauf eingehen.
Teilweise immer noch beliebt ist "htdig" (Zu finden unter http://www.htdig.org/). Die Software ist leider weder sehr komfortabel, noch speziell auf den Desktop ausgerichtet. Die Windiws(r) interne Suche ist zwar für den Desktop konzipiert, doch Sie sucht recht langsam und über die aufbereiteten Ergebnisse mag man auf jeden Fall streiten. Zur Zeit scheint es eine kleine Welle zu geben, plötzlich taucht immer mehr "Desktop-SuchSoftware" auf, ich stelle hier kurz drei verschiedene Produkte (alle kostenlos) vor:
  • Google DesktopSuche
  • Copernic Desktop Suchagent
  • X-Friend
  • Filehand (nicht getestet, auf filehand.com verfügbar)


Google-Suche
Das Google-Produkt ist schnell und einfach installiert. Zu finden unter desktop.google.com wird die Anwendung mit einem Klick installiert. Danach wird über den Browser die Suchmaschine aufgerufen, Sie läuft als Service unter Localhost auf einem eigenen Port. Dabei werden die Ergebnisse und die Suchmaske genauso wie auf der Google-Webseite aufbereitet. Einige OPtionen sind möglich, etwa was genau durchsucht werden soll. In dem Zusammenhang eine Sicherheitsmeldung auf Heise zu diesem Tool. Das Ganze ist einfach zu Bedienen, viel zu erklären gibt es nicht. Wenn man auf google.de nach Inhalten sucht, werden automatisch auch Inhalte auf dem eigenen Rechner gezeigt - das sieht man natürlich nur selber, sonst keiner :-)

X-Friend
Ein ähnliches Tool ist X-Friend (www.x-friend.de), das allerdings auf JAVA basiert. Auch dieses wird über den Browser aufgerufen und konfiguriert - die Suchmaske erinnert mich stark an Google. Was mir auffällt ist, dass X-Friend sehr detailliert Daten sammelt, das wird bei der Suche extrem gut helfen - so werden ID-Informationen von MP3 Dateien wohl mit ausgewertet, ebenfalls Meta Infos zu Bildern etc. Die Suche ist hier sehr fein aufgebaut und auf jeden Fall sehr detailliert möglich. Der Benutzer kann über die ausgefeilten EInstellungen eigene Dateitypen definieren - ein externer Zugriff ist möglich (über https), wobei man eigene Benutzer mit Passwörtern zum Zugriff festlegen kann.

Copernic
Das Copernic Tool (www.copernic.com) ist ein eigenes Programm, es wird nicht über den Browser bedient, wie die beiden anderen Produkte. Insgesamt ist das Tool sehr ansprechend aufgebaut, die möglichen Optionen sind sehr detailliert und wenn esum das Indizieren von Inhalten geht, kann man als Admin sehr viel Einstellen - das nutzt später. Die Inhalte werden speziell aufbereitet und können sauber sortiert werden, man erhält also keine schlichte Liste mit Ergebnissen, sondern eine frei sortierbare Tabelle mit Daten.


Empfehlung
Vorab: Da alle drei Produkte kostenlos sind, empfehle ich jedem, sich einfach 10 Minuten pro Tool zu nehmen und jedes einzeln auszuprobieren. Es macht in meinen Augen aber keinen Sinn, mehrere Tools gleichzeitig laufen zu lassen - zu Ressourcenlastig. Stattdessen sollte man sich überlegen, worauf man Wert legt und dann dieses Tool auch nutzen.
Ich selber finde den Weg der Internet-ähnlichen Suche etwas unglücklich. Schliesslich haben wir einen einzelnen Rechner mit viel Ressourcen - da darf man das auch ruhig nutzen. Wenn ich auf meinem Rechner suche, gibt es keinen Spam, der aussortiert werden muss - alle Daten sind wichtig. Die Relevanz ist also ganz anders zu bewerten als im Internet - entsprechend denke ich, dass eine einfach Google-Ergebnisliste dem nicht gerecht wird. Copernic setzt das besser um: Die Ergebnisliste ist sauber strukturiert, versucht nicht selber zu gewichten und lässtmich stattdessen sortieren. Ich habe bisher nur bei Copernic die wirklich komfortable Möglichkeit gefunden, eigene Dokumenten-Erweiterungen zu Dokument-Typen zuzuteilen, so dass diese mit indiziert und richtig erkannt werden. Bei mir zum Beispiel gibt es viele Archive mit der Endung "ace" - die Google-Desktop.Suche scheitert hier leider - Copernic konnte ich erweitern und bin so zufrieden. Hinzu kommt die Preview-Funktion bei Copernic, die das Ganze wirklich stark vereinfacht.
Der Vorteil der Google-Lösung könnte aber unter anderem Umständen aufkommen: Wenn man mehrere Vernetzte Rechner mit dezentralen Dateien hat, könnte man auf jedem Rechner "sein" Google installieren und von überall her aufrufen (wenn man es zulässt). Ich könnte also vom Rechner X eine Suche in alen Dateien des Rechners Y durchführen - das ist sicherlich für viele Büros sehr hilfreich. Klar: Copernic könnte wahrscheinlich einfach Netzlaufwerke indizieren - ist aber dennoch kein Vergleich zu der dezentralen Lösung. Leider habe ich bisher keinen Weg gefunden, die Desktop-Suchoberfläche im Intranet vom einen auf dem anderen Rechner aufzurufen - die Idee ist bei Google entweder nicht aufgekommen oder sie blockieren es bewusst. Ich habe heute morgen per Email dort nachgefragt, wenn es aufgenommen wird, wäre es auf jeden Fall sehr attraktiv.
X-Friend hat die Netz-Suche bereits eingebaut. Sprich: Man kann es so einstellen, dass es auf einem Server die Daten indiziert und aussenstehende Rechner auf die Suche zugreifen. Dabei können mehrere Benutzer mit Passwörtern eingerichtet werden, so dass der Zugriff auch gesteuert wird. Hier liegt der klare Vorteil von X-Friend, über den sich Büros mit Dokumenten-Servern freuen können: Installieren, Benutzer einrichten und fertig :-)

Schnell sind alle Produkte, da Sie vorher alles sauber indizieren, bekommt man schnell gute Ergebnisse. Jeder sollte einfach mal alles ausprobieren, ich bin am Ende bei Copernic hängen geblieben, da ich wirklich denke, dass Internet-Aufbereitungen bei Desktop-Suchen keinen Sinn machen.

Weitere Lösungen
HIer weitere Lösungen, die ich nicht getestet habe - der Vollständigkeit halber aber verlinke:

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